Von Sogndal nach Tallinn

sind es rund 1000 Kilometer. Und das mit dem Fahrrad? Kein leichtes Unterfangen, bedenkt man zudem, dass auch viele Höhenkilometer zu bewältigen sind. Gleich zu Anfang zum Beispiel das Sognefjell, bei dem man auf rund 1400 Meter hoch muss, bevor es wieder runter ins Otta-Tal geht. Zwei weitere Bergketten sind zu überwinden bis es in Schweden flacher wird. Mit unseren neuen E-Fahrrädern sollte das jedoch zu schaffen sein. Immerhin haben sie zwei Batterien und eine Reichweite im Flachland von rund 200 km. Getreu Yodas Motto “do or do not, there is no try” haben wir uns einfach auf den Weg gemacht und tatsächlich gleich am ersten Tag den Weg über den Gebirgspass geschafft – gut, mit einmal Nachladen zwischendurch, aber ansonsten mit keinen größeren Problemen. Erschöpft waren wir am Abend trotzdem, immerhin fährt sich das Fahrrad nicht von allein, sondern man muss schon noch trampeln. Aber wir waren deutlich schneller als die durchtrainierten Radprofis, die ohne zusätzliche Hilfe sich die Berge hochquälten. In Lom haben wir dann in einem Hotel übernachtet, das alte Speicherhäuser als Zimmer anbietet. Und statt einer Dusche gab es einen großen Waschzuber. Auch mal was! Die nächsten Tage waren Strecken von 150 km bis 200 km eingeplant, immer etwas abseits der großen Straßen, so dass mal entspannt radeln und die Gegend erleben konnte: enge Täler, Wasserfälle, grandiose Aussichten. Längs Otta-Tal und Gudbrands-Tal geht es nach Ringebu, der Heimat des Käsehobels. Dann über den nächsten Gebirgspass Richtung schwedischer Grenze. Am idyllischten war sicherlich die Fahrt im Ims-Tal, wo auch ein bekanntes norwegisches Mineralwasser herkommt. Gleich an zweiter Stelle rangiert Finnskogen, ein Waldgebiet, in dem früher Finnen siedelten. Ist man einmal über die schwedische Grenze, kommen die großen Wälder. 100-Meilen-Wald heisst das, weil einem für hundert Meilen nur Bäume begegnen. Und da man in Schweden eine Politik der Verstädterung betrieben hat, ist die spärliche Landbevölkerung auch noch verschwunden. Entspanntes Radeln ist hier schwieriger, da die wenigen Straßen oft Überlandverbindungen sind und man sich die Fahrbahn mit vielen Autos tielen muss. Die Fotos täuschen wie so oft, denn der Sommer war ziemlich verregnet. In Schweden gelang es uns noch, mit einer Zugfahrt den schlimmsten Regengüssen zu entgehen. Auf der Rückfahrt in Finnland erwischte es uns dann richtig. Wir waren zum Auswringen nass und mussten in Vaasa erstmal trockene Kleidung kaufen. Ansonsten hat alles gut geklappt, 2000 km sind zusammengekommen, dazu vier Fährfahrten, ein paar entspannte Tage bei Marit und Marko in Tallinn und zwei Landschaften in Norwegen, die wir gern nochmal besuchen wollen: das ehemalige Bergwerks- und heutige Ökostädtchen Røros und die Gegend um das Rondane-Gebirge.

Geschafft: Jotunheimen liegt hinter uns.

Hier ein Blick auf die Ausrüstung.

Imsdal

Das Beweisfoto – wir überqueren die Grenze nach Schweden

Schweden – Baum an Baum

und es hat meist geregnet

Waffel, Sahne und Moltebeeren

Jahrhunderte Bergbau haben Røros geprägt.

Diese Kirche kannten wir vorher schon von unseren Milch-Kartons.

Rondane

und schliesslich über das Sognefjell zurück zu uns.

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