Drosselbart hab acht!

Eines der heute noch ertragreichen Handwerke Okinawas ist das Töpferwesen. Töpferwaren aus Ryukyu galten auch zur Zeit, als das Königreich noch eine Drehscheibe des Handels in Südostasien war, als erlesenste Ware. Man nennt diesen Handwerkszweig Yachimun (jap. Yakimono – gebrannte Waren). Wir besuchen ein Töpferdorf, dessen Wurzeln bis auf 1682 zurück gehen. Es ist heute wieder idyllisch gelegen, von grünem Dschungel gegeben, und die Häuser, allesamt traditionell gebaut, sind mit roten, gebrannten Dachziegeln versehen. Da steckt viel Liebe und Aufwand dahinter, denn man muß wissen, dass nahezu 80% des Landes und 90% aller Gebäude nach der Schlacht um Okinawa zerstört war. Jeder vierte Okinawaer überlebte diesen ungewollten Krieg nicht, doch das ist wiederum eine eigene, sehr traurige Geschichte.

Das Töpferdorf in Yomitan ist mit viel Engagement durch eine Töpferkooperation wieder aufgebaut worden. Als gemeinsame Arbeits- und Wohnstätte übrigens. Nach alter Tradition hat man auch einen gemeinsamen großen Brennofen errichtet, der über neun Kammern verfügt und – uns bis dato unbekannt – am Hang liegt. Der Vorteil ist, dass man die Hitze effizienter nutzen und mit einem Schwung eine große Menge an Keramik erzeugen kann. Gefeuert wird mit Kiefernholz und bis zu fünf, sechs Mal im Jahr wird der Ofen angefacht. Die Asche, die dabei entsteht, legt sich wie eine natürliche Glasur über die Töpferwaren. In den offenen Werkstätten des Dorfes kann man die Arbeit von 70 verschiedenen Töpfern bewundern. Die berühmtesten Stücke sind immer noch die guten Seelen Okinawas, die Shisahunde, als auch allerlei Geschirr sowie Dachziegel.

Mehrkammerofen in Hanglage - die traditionelle Art Keramik herzustellen

Mehrkammerofen in Hanglage – die traditionelle Art Keramik herzustellen

Yachimun - Töpferwaren aus Okinawa

Yachimun – Töpferwaren aus Okinawa

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