Blühbirnen

Die Chrysantheme wird in China schon seit mehr als 2000 Jahren angepflanzt. Da sie im September blüht, schätzt man sie besonders. Das kommt davon, dass der neunte Monat ein zuviel an Yang hat und man diesen Überschuss mithilfe der Chrysantheme ausbalancieren kann, zum Beispiel in Form von gleichnamigem Wein. In Japan kennt man den hübschen Herbstblüher seit dem 8. Jahrhundert und der Kaiser war offensichtlich so fasziniert, dass er sich gleich mal mit ihr bewappnete. Wie bei uns wird sie aber auch gern als Grabschmuck verwendet und so ließ man sich etwas einfallen, um sie auf Abruf zum Blühen zu bringen. Gräber werden nämlich gern zum Frühlingsbeginn in Ordnung gebracht. Doch auch zu Neujahr gibt es das ein oder andere Chrysanthemengesteck.

Okinawa nun ist einer der Hauptproduzenten der Chrysantheme, wir reden von etwa 20 Millionen verkauften Blumen pro Jahr. Auf den Feldern im Norden der Insel kann man sich erwähnten Blühkniff abschauen. Zumindest, wenn man sich fragt, was all die Glühbirnen über den grünen Feldreihen sollen. Das heißt, wir erkundigten uns bei den Gärtnern und die Antwort war sozusagen einleuchtend: solange die Tage nicht kürzer werden, ist noch Sommer, andernfalls entwickeln sie ihre Blüte. Also knipst man in der Nacht das Licht an und täuscht der Pflanze ewigen Sommer vor. Die Temperaturen schwanken ja im Gegensatz zum japanischen Festland nicht so stark und spielen daher kaum eine Rolle. Wer es chemisch ganz genau wissen will, merke sich das Stichwort Phytochrom – das ist der Lichtmessbotenstoff. Im Moment rüstet die Branche auf rotleuchtendes LED um, denn Phytochrom spricht nur auf diesen Teil des Spektrums an. Das spart Energie. Dann sieht man vom Flugzeug aus eben rote Feldbahnen.

Blühbirnen

Blühbirnen

Chrysanthemen blühen auf Knopfdruck

Geht das Licht aus, blühen Chrysanthemen

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