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Auf das das Jahr saugut werden möge!

Der Inoseyama – der Wildschweingipfel – ist wirklich kein imposanter Berg. Er ist mit 553 Metern eigentlich mickrig, bietet auf seinem Gipfel keinerlei Ausblick, der Weg hoch ist herausforderungsarm und strommastengesäumt. Aber da ist sein Name und der katapuliert ihn dieses Jahr in den Popularitätshimmel.
Folgerichtig quetschten sich einige Wandertrupps oben auf dem ausichtslosen Kamm, um zu picknicken. Wir waren wieder mit dem Kansai Hiking Club unterwegs und absolvierten so unseren Hatsu-Hike, also die erste Wanderung im Neuen Jahr. Und das ist eine Neujahrstradition. Es gibt noch etliche andere Hatsu-traditionen, wie den ersten Sonnenaufgang anschauen, einen Schrein besuchen, ein heisses Bad nehmen und ganz wichtig, den Neujahrstraum analysieren. Seit irgendein Shogun irgendwann einmal vom Berg Fuji, einem Habicht und einer Aubergine träumte, gilt es
als glückverheissend, es ihm gleich zu tun. So entstehen eben Glückssymbole.
Wandert man in Japan, ist man immer wieder erstaunt, wie schnell man dort landet, wo sich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen. Bei uns hatten Fuchs und Hase die Gestalt von einer Affenhorde und einer Bärenfalle, in der zum Glück noch kein Bär Gute Nacht gesagt hatte. Wir wünschten uns das obligatorische “Otsukare sama deshita” – Sie werden sicherlich müde sein – nach vollbrachter Wanderung und anschliessendem gemeinsamen Barbesuch.