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Sommervergnügen, Teil 1

Das Schlagwort des Sommers ist “Matsuri”. Matsuri bedeutet soviel wie Festival, es gibt kleine und grosse, bekannte und unbekannte. Das Gion-Matsuri in Kyoto ist riesig und sicherlich ein Grund dafür, dass Kyoto nach Mekka (!) die am zweithäufigsten besuchte Stadt der Welt ist. Das Gion-Matsuri findet seit 869 statt. Anlaß war eine Pest und man versuchte durch das Herumtragen von Hellebarden die Götter zu besänftigen. (Zweifel, dass sich Götter durch das Herumfuchteln mit Waffen beeindrucken lassen, sind vermutlich berechtigt.). Mit der Zeit wurden die Lanzen auf Wagen montiert und mit großer Anstrengung durch die Gegend gerollt. Die Wagen waren interessanterweise seit dem Mittelalter mit vorzugsweise europäischen und chinesischen Teppichen dekoriert. Heute ist die Tradition (mit samt der Teppiche) erhalten geblieben und ein touristisches Spektakel. Drei Tage ist Kyoto im Ausnahmezustand, das Stadtzentrum für den Verkehr gesperrt und viele gut gelaunte Zuschauer und Strassenverkäfer tummeln sich bis in die späte Nacht im Gewühl der Verkaufsstände und Lampion-Wagen.

Neben dem Gion-Matsuri gibt es unzälige andere Matsuris, eben so viele wie es Gottheiten und Anlässe gibt. Da sind zum Beispiel: das Hummer-Segen-Festival in Ise, das Sternenschnuppen-Festival (hierzu gibt es eine sehr romantische Liebesgeschichte), das Grüne-Tee-Festival in Uji, Fruchtbarkeitsfestivale, …
Beliebt sind bei diesen Abenden auch Kreistänze – manche mögen sich auch noch des Wortes Reigen entsinnen – bei denen tatsächlich jung und alt mittanzt. Auf jeden Fall geht es bunt, lustig und naschhaft zu.
Der Sommer ist auch DIE Zeit für Feuerwerk. Entweder das private am Strand oder Flussufer oder das von Städten organisierte Großfeuerwerk. Die Regionalzeitschrift “Kansai Time Out” listet diese Feuerwerkte übrigens mit Hilfe von zwei Kriterien: einmal dem sog. “Knall-Faktor k”, dessen Maximum bei 10.000 Feuerwerkskörpern (ca. 1.5 h) liegt und dem sog. “Auflauffaktor a”, der bis zu 400.000 Schaulustige betragen kann. In diesem Jahr haben wir das Feuerwerk am Meer bei Hiroshima gesehen (k=8.000, a=300.000). Es war grandios. Jedes Jahr lassen sich die Entwickler von Feuerwerkskörpern neue Formen und auch Farben einfallen, natürlich ist die Herstellung ein wohl gehütetes Geheimnis und wird nur in der Familie weitergegeben. Neu in diesem Jahr war Feuerwerk in Form von einer Katze, zwei verschlungenen Herzen und eines Kranichs, wie uns erstaunte Zuschauer erklärten. Besonders gut kommen auch Riesensternschnuppenraketen an, denn es geht ein kollektives “Ah” durch die Menge.

Soviel zum Sommer Teil 1.