Ein paar Tage ferner Osten

Man könnte sagen “alle Jahre wieder” … Na gut, nicht wirklich jedes Jahr, aber immerhin jedes zweite oder dritte zieht es uns Richtung Japan. Und da die Reise ja per Land- und Wasserweg geht, passieren wir auch oft Wladiwostok im fernen Osten Russlands – sieben Zeitzonen und 9288 Schienenkilometer von Moskau entfernt. Normalerweise sind wir höchstens für einen Tag in der Stadt, um so schnell wie möglich das Schiff nach Japan zu nehmen, aber diesmal haben wir uns gleich ein paar Tage gegönnt, um ein wenig Sightseeing zu machen. Auf dem Programm stand zu allererst das Arseniev Museum, das eine ausgedehnte Sammlung über die Region Primorsky beherbergt. Es bietet einen Mix aus Stadtgeschichte und Regionalkultur. Dabei entdeckten wir eine Ausstellung über Eleonor Pray, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Wladiwostok lebte und regelmässig Briefe an ihre Verwandten in den USA geschrieben hat. Lange schlummerten diese Zeitzeugnisse auf irgendeinem Dachboden und wären wohl irgendwann im Müll gelandet, wenn man nicht ihren historischen Wert erkannt hätte. Sie bieten heute Informationen aus erster Hand über das bunte Völkergemisch in den Jugendjahren der Stadt. Strandpromenade, ein Besuch im GUM Kaufhaus, das Sukhanov Museum und eine Kunstausstellung mit Bildern Karl Brjullows rundeten den Besuch ab. Erstaunliche Hinterlassenschaft eines APEC- Gipfels sind nicht nur die grossen Schrägseilbrücken, die ein wenig an San Francisco erinnern, sondern ein komplettes Konferenzzentrum nebst Hyatt-Hotel, das mittlerweile ungenutzt vor sich hinschlummert.Natürlich durften auch russiche Köstlichkeiten nicht fehlen, so Pelmeni, ein Tee-Restaurant, und die ein oder andere Stalowaja im Sowjet-Chik. Eine schöne Erinnerung bleibt der Blick von einem Panorama-Restaurant mit leckerem Pfefferwein und tollem Dessert. Nur mit dem Besuch der Amur-Tiger hat es nicht so recht geklappt. Aber es war ja auch wohl nicht das letzte Mal.

Altrussische Herrlichkeit – Stadtor


Ein weiter Weg:


9288 Schienenkilometer von Moskau

Der punktvolle Wartesaal des Bahnhofs

Waldimir Wyssozki

.. und auch Eleanor Pray hat mittlerweile ein Standbild.


na wo der wohl hinzeigt ?


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